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Friday20 July 2018

Finalismus und Weltauffassung

Die Weltauffassung des Vorschulkindes distinguiert sich grundlegend von dem Weltverständnis des Erwachsenen. Das Kind hat einen kleinen Erlebnisschatz und mag bislang nicht schlüssig denken. Als alleinigen Verknüpfungspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Emotionen und Erlebnisse;

die Dinge aus Entfernung sehen, sie unvoreingenommen erkennen, kann es bislang nicht.

Daher nimmt es an, daß solche mit denselben Charakteristika und Befähigungen versehen sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die unbelebte Welt wird menschlich gemacht, sie ist nichts vom Menschen Unabhängiges. Impuls und Folge können in ihrer Relation bislang keinesfalls gesehen werden (ermangelndes Kausalempfinden). Auf die Anfrage 'warum?' gibt es für das kleine Kind nur die Umsetzung einer Absicht (Finalismus).

Alles hat seine rundweg bestimmte Perspektive in der Weltanschauung des Kindes. Das Denken des Kindes ist metaphysisch. Geschehnisse werden vermittels geheimer Kräfte und höherer Mächte ausgelöst. Deswegen entsteht eine Weltauffassung glaubend an die magischen Gestalten der Kinderstube und der Märchengeschichten.

Das Denken ist außerdem prälogisch und rezeptionsgebunden. Es kann nicht hergeleitet und verallgemeinert, und ein Hergang mag nicht als invertierbar vorgestellt, werden. Das Bewusstsein für Variationen fehlt oft bzw. die Beurteilung von Entwicklungen ist ausschließlich an die Wahrnehmung gebunden. Egozentrismus und Anthropomorphismus initiieren eine starke emotionelle Besetzung der Umwelt.

Bestätigende und nachteilige Gefühle und Erfahrungen vereinen sich mit Personen, Objekten und Orten, welche nur zufälligerweise Relation mit den Ereignissen haben (physiognomische Auffassung der Umwelt). Emotionelle Konditionierungen in diesem Lebensalter mögen die Grundhaltung des Kindes zu seiner Umgebung ausschlaggebend beeinflussen.

Der Höhepunkt der kleinkindhaften Weltanschauung fällt ins 4. Altersjahr und wird dann nach und nach abgebaut. Der gewichtige Ablaufschritt zur Degression der magischen Weltauffassung ist die Kenntniserlangung der Kondition der Eigenbewegung alles Lebendigen.

Unbelebten Dingen werden unterdies keine menschlichen Attribute mehr zugeschrieben, das Denken wird unentwegt realistischer. Gegen Ende der Vorschulzeit beginnen sich Praxis und Denken zusammen zu decken und die Generalisierung von Einzelpraxis wird möglich.

Lernen ohne Gedanken, ist vergeudete Arbeit; Denken, ohne zu lernen, ist gefährlich. Konfuzius

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