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Sunday18 November 2018

Hormonal gesteuerte Charakteristik

So augenfällig die körperlichen Veränderungen in der Adoleszenz sind (hormonal gesteuerte Charakteristik der männlichen und fraulichen Erscheinung und des Geschlechtsformats, bestimmtes Längenweiterentwicklung), im essenziellen ist die Pubertät in unserer Zivilisation ein biopsychisches und soziologisches Erscheinungsbild:

Die Zerwürfnisse mit den Forderungen des Erwachsenseins sind vordergründig, der Adoleszent muss sich aus den Abhängigkeiten des Kindseins freizukämpfen und in allen gravierenden Lebensbereichen eigenständig und selbstverantwortlich werden.

In dieser Situation des Wandels sind Konflikte, an erster Stelle Rollen- und Statuskonflikte, unvermeidlich. Die Adoleszenz dauert in unserer Kultur beachtenswert lang. Je vielschichtiger die Forderungen einer Sozialstruktur sind, umso mehr braucht es, bis man zu einem ebenbürtigen Mitglied geworden ist; in primitiven Zivilisationen gibt es eine Pubertät in unserer Sinnhaftigkeit keineswegs.

Jeder Adoleszent soll sich in der Pubertät mit bestimmten Fragestellungen auseinandersetzen (so geheißene epochal autarke Aufgaben).

Eine der Aufgaben ist die Selbstfindung. Kriterium dazu ist die erst in diesem Lebensalter realisierbare Selbstreflexion, das Nachsinnen über sich selbst. Dadurch wird zusätzlich das Vergegenwärtigung für fremdseelische Hergänge erreichbar. In der Literatur werden bereits differenziertere Persönlichkeitsdarstellungen benötigt, und darüber hinaus der Sinn für Umwelt und Kunst erwacht.

Die Selbst-findung beginnt bei der kritischen Prüfung des eigenen Äußeren (Identifizierung mit den Richtlinien der Peer-Organisation, Nachahmung von erfolgreichen Persönlichkeiten) und wechselt dann rasch auf Begabungen, Eigenschaften und innere Qualitäten. Vorbilder (lebendige oder geschichtliche Personen oder Helden der Literatur) sind bei der Ichfindung von Geltung.

Aufschlussreich ist, dass die Bevorzugung der Vorbilder schichtabhängig ist: Adoleszente der Unterschicht bestimmen eher bekannte AthletInnen und AkteurInnen zum Vorbild. Sie lehnen sich dabei an deren Fortuna und an deren externe Aussehen.

Jugendliche der Mittel- und Oberschicht bestimmen zum Vorbild eher Forscher und involvierte Volksvertreter, womit sie den Charakter und die subjektive Neigung besonders schätzen. Mit zunehmendem Lebensalter und gradueller Selbstprofilierung senkt sich die Wichtigkeit der Idole. Die Bedeutung der Eltern als Vorbilder ist bei weitem nicht klar, sie scheint jedoch sehr ansehnlich zu sein.

Lernen ohne Gedanken, ist vergeudete Arbeit; Denken, ohne zu lernen, ist gefährlich. Konfuzius

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