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Tuesday12 December 2017

Charakter und die Manier

So bezeichnend die physischen Änderungen in der Adoleszenz sind (hormonal gesteuerte Ausformung der männlichen und femininen Erscheinung und des Geschlechtscharakters, bestimmtes Längenwachstum), im wesentlichen ist die Pubertät in unserer Kultur ein biopsychologisches und soziologisches Phänomen:

Die Disputation mit den Erfordernisen des Erwachsenseins sind leicht durchschaubar, der Adoleszent ist veranlasst sich aus den Unselbständigkeiten des Kindseins befreien wie auch in allen gravierenden Lebensbereichen autark und selbstverantwortlich werden.

In dieser Begebenheit des Wechsels sind Konflikte, vor allem Rollen- und Statuskonflikte, zwingend. Die Adoleszenz dauert in unserer Kultur erheblich lang. Je komplexer die Ansprüche einer Volksgruppe sind, umso mehr braucht es, bis man zu einem gleichgestellten Mitglied geworden ist; in primitiven Zivilisationen gibt es eine Pubertät in unserem Sinngehalt keineswegs. Jeder Adoleszent darf sich in der Adoleszenz mit bestimmten Aufgaben auseinandersetzen (so benannte epochal autarke Aufgaben).

Eine der Aufgaben ist die Ich-findung. Voraussetzung zu diesem Zweck ist die erst in diesem Lebensalter machbare Selbstspiegelung, das Nachdenken über sich selbst. Als Folge wird obendrein das Toleranz für fremdpsychologische Hergänge erreichbar. In der Schriftwerk werden derzeit differenziertere Charakterdarstellungen benötigt, und darüber hinaus der Sinn für Natur und Kunst erwacht.

Die Ich-findung beginnt bei der elementaren Prüfung des eigenen Äußeren (Identifizierung mit den Maßstäben der Peer-Gruppierung, Nachahmung von erfolgreichen Persönlichkeiten) und wechselt hinterher rasch auf Fähigkeiten, Eigenschaften und interne Qualitäten. Leitbilder (lebendige oder geschichtliche Menschen oder Helden der Literatur) sind bei der Ichfindung von Bedeutung.

Bemerkenswert ist, dass die Selektion der Vorbilder schichtbedingt ist: Adoleszente der Unterschicht küren eher berühmte SportlerInnen und FilmschauspielerInnen zum Leitbild. Sie richten sich dabei an deren Fortuna und an deren externe Präsenz.

Jugendliche der Mittel- und Oberklasse küren zum Idol eher Wissenschaftler und engagierte Volksvertreter, womit sie den Charakter und die private Manier namentlich taxieren. Mit zunehmendem Alter und sukzessiver Selbstprofilierung verringert sich die Bedeutsamkeit der Vorbilder. Die Bedeutung der Eltern als Leitbilder ist bei weitem nicht eindeutig, sie scheint gleichwohl ziemlich bedeutend zu sein.

Können und Vertrauen sind eine unbesiegte Armee. Herbert

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